Warum ein Texter der KI überlegen ist

Wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde und ich den Leuten erzähle, dass ich Texter bin und als externe Kommunikationsabteilung meine Ressourcen anbiete, werde ich oftmals belächelt. Die Leute denken dann, ich sei in Zeiten von KI total überflüssig. Und diese Denke herrscht mittlerweile in vielen Unternehmen vor.

Vorweg: Das ist totaler Quatsch. Ich bin kein Gegner von KI, ich nutze sie selbst. KI ist für mich ein Werkzeug, um mich zu strukturieren, einen Partner fürs Brainstorming zu haben und erste Basistexte oder ein Grundgerüst zu erstellen. Und wenn mein Hirn mal müde ist und eine Blockade hat, lasse ich mir Entwürfe für Headlines und Subheadlines ausspucken. Ich wende KI an, schraube mich in Prompts hinein und weiß, was von den Ergebnissen zu erwarten und zu halten ist. Es gibt Stärken und Schwächen, oftmals klingen mir die Entwürfe zu generisch und allgemein. Dann habe ich einen gewissen Bearbeitungsaufwand und lasse es „menscheln“. Meine Fähigkeiten sind nicht überflüssig. Mit KI gewinne ich an Schlagkraft und Geschwindigkeit. Sie schlägt mich nicht k.o.! Wer glaubt, dass die Zeiten von Textern vorbei seien, irrt.

An dieser Stelle möchte ich genauer differenzieren:

Ich selbst habe einen journalistischen Hintergrund und bin bei der Erstellung von Texten und ihren unterschiedlichen Formaten sehr breit aufgestellt. Ob Journalist oder Copywriter, ich frage mal:

Wer geht denn zur Pressekonferenz?

Wer macht denn den PR-Termin bei der coolen Motorradmarke?

Wer geht denn in die Konzerthalle und schreibt die Rezension über die Band?

Und wer erstellt die Pressemitteilung, involviert alle Fachabteilungen, lässt sich die Statements von der Geschäftsführung freigeben?

Wer recherchiert denn alle Fakten und überprüft ihre Echtheit?

Und wer mit KI arbeitet: Wer bedient sie denn?

Fünf Argumente pro Texter aus journalistischer Sicht

Jeder seriöse Unternehmer, der ein bisschen denken kann und Wert auf Qualität auch in der Außenkommunikation legt, sollte sich folgende fünf Argumente aus journalistischer Sicht zu Gemüte führen:

1. Journalismus trainiert Zweifel

Zweifel ist kein Hindernis, sondern Qualitätskontrolle.

→ Qualität beginnt mit Skepsis.

2. Skepsis führt zu geprüften Aussagen

Geprüfte Aussagen halten öffentlicher Kritik stand.

→ Standfestigkeit schützt Reputation.

3. Reputation beeinflusst Kaufentscheidungen

Menschen kaufen nicht nur Produkte,
sie kaufen Glaubwürdigkeit.

→ Glaubwürdigkeit wirkt direkt auf Umsatz.

4. KI kennt keine Reputationsrisiken

Sie bewertet nicht juristische, ethische oder strategische Folgen.

→ Risiken sind nicht berechenbar, sondern erfahrungsbasiert.

5. Journalisten und Texter übernehmen diese Verantwortung

Sie verstehen Kommunikation als öffentliches Handeln eines Unternehmens.

→ Deshalb sind wir Texter nicht ersetzbar.

Welchen Mehrwert bieten Texter für den Verkauf?

Wenn ich das Thema aus Copywriter- und Marketingsicht betrachte, muss ich klar sagen: Die meisten Unternehmen, die keine Marketing- oder Kommunikationsabteilung haben und denken, sie könnten jetzt mit KI und ein paar Aktivitäten auf Social Media das Ruder rumreißen, sollten sich lieber aufs Kerngeschäft konzentrieren und Experten einsetzen, die etwas von diesem Business verstehen.

Mag sein, dass folgender Vergleich ein wenig hinkt, aber im Kern trifft er doch den Nerv: Nur weil ich ein Musikinstrument besitze, bin ich noch lange kein Musiker. Oder: Wenn ich mit einem Akkuschrauber umgehen kann, bin ich noch kein begnadeter Handwerker. Bedeutet: Nur weil es KI-Tools gibt, heißt es noch lange nicht, dass Unternehmen diese gekonnt einsetzen und damit einen Experten ersetzen. Denn der Geschäftsführer ist unter Umständen betriebsblind und kann gar nicht die richtigen Fragen zum Produkt, zur Customer Journey, zur Zielgruppe und zur Brand Story stellen.

Deswegen sollten sie sich einen Experten (Texter / Marketing Allrounder) ins Team holen, der sich um DAS wesentliche Thema kümmert: die Verkäufe anzukurbeln und damit den Umsatz zu erhöhen. Fünf Dinge, zeichnen dabei den Texter aus, die ihn unersetzbar machen:

1. Persönlicher Kontakt

Der versierte Texter ist kompetent. Er kümmert sich um wichtige Aufgaben und hat alles von Anfang bis Ende im Griff. Vom ersten Telefonat mit seinem Auftraggeber bis zur finalen Umsetzung. Er hat einen persönlichen Kontakt zu seinem Auftraggeber und pflegt eine zwischenmenschliche Beziehung.

Das macht keine Maschine.

In der Regel gibt es einen regen Austausch, um das bestmögliche für die Marke oder das Unternehmen herauszuholen.

Darum kümmert sich die KI nicht.

2. Die richtigen Fragen stellen

Der Texter stellt die entscheidenden Fragen: Was will die Zielgruppe? Was ist das Problem, welches das Produkt (oder der Service) wirklich löst? Was ist das Alleinstellungsmerkmal? Das sind Fragen, die sich jeder Unternehmer stellen muss, um wirksames Marketing zu betreiben. Anders gefragt: Welches Problem löst du für wen und warum ist das wichtig?

Wie bereits weiter oben erwähnt: Die meisten Unternehmer sind betriebsblind und haben die objektive Sicht auf ihr eigenes Geschäft verloren. Insofern können sie solche Fragen nur schwer beantworten. Und hier kommt der versierte Texter ins Spiel; er findet die Antworten heraus und entwickelt die passende Strategie, um Werbebotschaften wirkungsvoll umzusetzen.

3. Eine sinnvolle Marketing-Strategie erstellen

Warum sollte beispielsweise ein handwerkliches Unternehmen, sagen wir mal ein Dachdecker, zugleich ein Experte im Online-Marketing oder Sales-Funnel-Bau sein? Warum sollte er in der Lage sein, ohne entsprechende Abteilung oder externe Profis eine sinnvolle Marketing-Strategie zu entwickeln? Er ist der Profi, der das Gebäude wind- und wetterfest macht. KI kann ihm vermutlich ein paar Texte liefern. Aber ohne die richtigen Fragen, ohne die richtigen Prompts und ohne die leiseste Ahnung von Strategie, ist doch alles nichts. Und welche Kanäle sind geeignet, um die Botschaften zu verbreiten? Wo befindet sich meine Zielgruppe, wie erreiche ich sie?

Es bedarf also durchaus mehr an Gehirnschmalz, als es auf den ersten Blick erscheint.

4. Schlagkräftiges Team: KI und Texter

Als Texter mit Marketingerfahrung erfasse ich im Strategiegespräch mit dem Kunden den Kern des Angebots und der Zielgruppe, entwickele eine Markenstory oder auch einen Kundenavatar. Außerdem bedarf es einer Funnel-Strategie und so weiter (siehe oben). Das alles ist existenzielle und strategische Vorarbeit. Der Weg bis hierin ist nicht zu unterschätzen. Aber jetzt kommt die „eigentliche“ Arbeit: aus diesen Informationen verkaufsstarke Texte erstellen. Mit KI kann ich schnell und leicht ein Grundgerüst erstellen, erst jetzt gewinne ich an Geschwindigkeit und werde mit künstlicher Hilfe zu einem unschlagbaren Team. Warum in aller Welt sollte sich ein kleines Unternehmen ohne entsprechende Abteilung oder Fähigkeiten um all diese Dinge selbst kümmern können?

5. KI-generierte Texte perfektionieren

Die erstellten Texte sind trotz all der Vorarbeit oftmals nicht so, wie ich sie geschrieben hätte. Das ist auch gut so. Oft sind die Texte zu allgemein gehalten, Emotionen fehlen. Ein kritischer Punkt, denn Verkauf funktioniert häufig über Emotionen.

Folgendes Beispiel dient der Verdeutlichung: Würdest du lieber ein Fitnessprogramm kaufen, mit dem du „regelmäßig trainierst“, oder eines, mit dem du dich im Sommer wieder wohlfühlst, wenn du in den Spiegel schaust?

Merkst du den Unterschied? Und was es in deinem Kopf auslöst? Und genau um diese Feinheiten gilt es, im letzten Schritt noch herauszuarbeiten und so die Texte wirklich gut zu machen.

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